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Worauf Sie achten sollten:1

 

 

Das Leben ohne Speiseröhre verlangt meist ein völlig neues Essverhalten. Das Essen wird nun nicht mehr so sein wie vor der Erkrankung. Es ist normal, dass Sie nach der Operation an Gewicht verlieren. Ziel sollte es sein, ein Wohlfühlgewicht zu erreichen. Auf lange Sicht ist es hilfreich, das normale Essen mit mehreren kleinen Mahlzeiten zu trainieren. Bestimmte Lebensmittel vertragen Sie möglicherweise nicht mehr so gut. Unverträglichkeiten können zu Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen führen. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, was Sie essen. Nur mit einer bewusst geplanten Ernährung können Sie Ihrem Körper all die Nährstoffe zuführen, die er braucht.

 

Wenn Sie zu Hause eine weitere Ernährungsberatung brauchen, finden Sie eine Liste qualifizierter Oecotrophologen und Diätassistenten unter anderem auf den Seiten der Berufsverbände: www.vdoe.de oder www.vdd.de

 

Spezielle Ernährungsempfehlungen für Patientinnen und Patienten mit Krebs der Speiseröhre gibt es nicht. Ein paar Hilfestellungen und praktische Ernährungstipps geben wir Ihnen in der Broschüre "Patientenleitlinie "Krebs der Speiseröhre". Die stammen nicht aus der Leitlinie, sie sich zu diesem Punkt nur wenig äußert. Betroffene haben hier ihre eigenen Erfahrungen für Sie aufbereitet.

 

Sie sollten Ihr Essverhalten der neuen Situation anpassen. Ein guter Ernährungszustand ist wichtig für Ihr Wohlbefinden. Er kann auch dazu beitragen, dass Sie die Behandlung und deren Folgen gut überstehen. Essen und Trinken werden in Ihrem täglichen Leben zunächst eine große Rolle spielen, denn vieles muss trainiert werden. Da jeder Mensch in Bezug auf die Ernährung anders reagiert, werden auch die Beschwerden, die auftreten können, sehr unterschiedlich empfunden. Einige haben kaum Beschwerden, andere klagen über zum Teil schwerwiegende ernährungsbedingte Komplikationen. Probieren Sie so viel wie möglich aus. Wichtig ist, nicht die Geduld zu verlieren.

 

Nehmen Sie in den ersten Monaten häufige - bis zu zehn - , aber immer nur kleine Mahlzeiten zu sich. Anfangs kann es helfen, die Nahrung zu pürieren.

 

Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.

 

Essen Sie möglichst nicht zu spät am Abend, da dies zu Reflux mit Sodbrennen und Schlafproblemen führen kann. Hier ist eine erhöhte Schlafposition hilfreich und zwingend notwendig.

(Nähere wichtige Erläuterungen zur Schlafposition finden Sie im Kapitel Ernährung - Verdauungsbeschwerden und Komplikationen)

 

Trinken Sie möglichst nicht zu den Mahlzeiten, sondern etwa 15 bis 30 Minuten vor dem Essen. Achten Sie bewusst auf eine ausgewogene und gesunde Kost, die viele natürliche Produkte enthält. Nehmen Sie auch ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu sich.

 

Probieren Sie neue Lebensmittel immer einzeln aus.

 

Bevorzugen Sie (ungezuckerte) Getränke ohne Kohlensäure.

 

Verzichten Sie möglichst auf gefärbte, saure Säfte (Zitrusgetränke) sowie Alkohol und Nikotin. Meiden Sie auch saure Speisen, Essen mit Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern und wenn möglich Fertiggerichte.

 

Beachten Sie, dass Probleme und Unverträglichkeiten vereinzelt auch bei Zitrusfrüchten, Kernobst, stark fetthaltigem Essen, einigen Kräutern, blähendem Gemüse, frischen Backwaren, Backwaren mit Körnern, Mohn und frischem Hefeteig auftreten können.

 

Beobachten Sie sich selbst: Führen Sie am besten ein Ernährungstagebuch, in dem Sie genau aufschreiben, was Sie essen und trinken und wie Ihnen die Speisen bekommen. Sie können auch Ihr Gewicht in einem Plan dokumentieren. Behalten Sie Ihr Gewicht im Auge, aber stellen Sie sich nicht jeden Tag auf die Waage. Damit setzen Sie sich unnötig unter Druck.

 

 

Hinweis:

 

Auch wenn es Ihnen schwer fallen sollte, sich an das veränderte Essen/Essverhalten zu gewöhnen, versuchen Sie dennoch, die oben genannten Empfehlungen zu berücksichtigen. Dann werden Sie vermutlich besser mit Ihrer neuen Situation zurechtkommen.

Es kommt immer wieder vor, dass Lebensmittel unterschiedlich gut vertragen werden. Es kann auch sein, dass Sie eine Speise an einem Tag gut, an einem anderen Tag schlecht vertragen. Daher sollten Sie ein nicht vertragenes Lebensmittel nach einiger Zeit in einer kleineren Portionierung nochmals versuchen.

 

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Barbara Kade; aktives Mitglied der SHG-S Auszug aus der Patientenleitlinie "Krebs der Speiseröhre": Herausgeber: AG der wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.; Deutsche Krebsgesellschaft e.V.; Stiftung Deutsche Krebshilfe; Berlin; April 2016

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Modifikation: P. Kuhlmann; aktives Mitglied der SHG-S