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Die Differenzierung zwischen geeigneten, weniger und nicht geeigneten Lebensmitteln gestaltet sich im täglichen Leben für Patienten mit entfernter Speiseröhre und Magenhochzug nicht einfach. Durch den Eingriff hat sich auch die Anatomie und Peristaltik des Magens verändert. (Anatomie = Gestalt und Lage; Peristaltik = Muskeltätigkeit eines Hohlorgans z.B. Magen)

Es kann sein, dass man heute eine Currywurst mit Pommes Frites und Mayonnaise/Ketchup gut verträgt und sich morgen nach dem Verzehr des gleichen Gerichts eine Übelkeit oder Durchfall einstellt. Ebenfalls möglich ist es, dass schon 1 knackiges Brötchen zum Frühstück zur Übelkeit führt, jedoch zum Abendessen 2 (weniger) knackige Brötchen bestens vertragen werden. Es gibt auch Betroffene, die morgens nur kleine Mengen vertragen und zum Abend hin deutliche größere Portionen bewältigen können.

 

Unter dem Strich gibt es jedoch Speisen und Getränke, die von den Betroffenen überwiegend als problematisch eingestuft werden. Dazu gehören beispielsweise

 

 

  • frisches Weißbrot, Toastbrot, frische Brötchen, Croissants
  • sehr fettige Fisch- und Fleischgerichte (mit Saucen)
  • stark gewürzte Lebensmittel; Senf; Essig; Mayonnaise
  • Kuchen/Teilchen mit Mürbeteig,Hefeteig oder Blätterteig; Kekse;
  • Sahnetorten
  • Weine mit hohem Säuregehalt, vor allem Weißwein
  • Getränke (Softdrinks, Bier, Sekt) mit Kohlensäure
  • Gerichte mit Geschmacksverstärkern (Glutamat) aus der asiatischen Küche
  • Bratkartoffeln; Lasagne; Hackfleischsauce; Sauce hollandaise
  • Pralinen und Schokolade mit Marzipan und Nougat, auch Nüsse und Mandeln
  • zu viel und zu starker Kaffee, Latte macchiato oder ähnliche Kaffeespezialitäten

 

 

Natürlich ist auch hier wieder die Aussage von Paracelsus aus dem 15. Jahrhundert anzuwenden:

"Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift.

Allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist"

 

 

Wichtig ist neben der Wahl des Lebensmittels auf jeden Fall, dass man mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nimmt, die Speisen nicht zu heiß sowie langsam und gut durchgekaut isst. Desweiteren sollte man mit den Portionsgrößen nicht zu nah ans Limit gehen. Manchmal ist eben nur ein Kinder- oder Seniorenteller möglich. 4-Gang Menüs sollten, sofern überhaupt möglich, nicht in Rekordzeit serviert werden. Damit lassen sich die Beschwerden nach dem Essen auf ein einigermaßen überschaubares und erträgliches Minimum reduzieren.

 

 

P. Kuhlmann; aktives Mitglied SHG-S