Patient berichtet 3

Am 02.09.2009 stellte man bei mir in meiner gasteroenterologischen Gemeinschaftspraxis in Hannover ein Barrett Karzinom (unteres Ende der Speiseröhre) fest Man sagte mir, dass sich das Karzinom im Anfangsstadium befände. Am 10.09.2009 hatte ich meine erste Ausschabung in einem Krankenhaus in Hannover. Am 17.12.2009 und 13.01.2010 folgten die zweite und dritte Ausschabung (stationäre Krankenhausaufenthalt jeweils drei Tage).
Nach der dritten Ausschabung jeweils in demselben Krankenhaus wurde mir mitgeteilt, dass ich die Ausschabung solange alle 4-6 Wochen wiederholen müsse, bis das bösartige Gewebe voll abgetragen sei.
Daraufhin habe ich gebeten, mich in Hannover dem Krebsforum vorzustellen. Das haben die mich ambulant und stationär behandelnden Fachärzte abgelehnt.
In meiner Not wandte ich mich an die Krebshilfe in Heidelberg. Dort riet man mir, mich an die Universitätsklinik Köln zu wenden.
Nach einem Vorgespräch wurde ich in der Uni-Klinik vom 21.02. bis 26.02.2010 gründlich untersucht; vor allem wie tief der Krebs in die Speiseröhre bereits eingedrungen war.
Nachdem die Ergebnisse der Untersuchungen vorlagen, riet man mir zu einer Operation, die am 10.03.2010 durchgeführt wurde. Nach genau 3 Wochen Krankenhausaufenthalt konnte ich entlassen werden. Da sich keine Metastasen gebildet hatten, benötigte ich keine weitere Chemotherapie.
Vor meiner Entlassung erhielt ich in der Uni-Klinik eine sehr gute Emährungsberatung.
Nach anfänglich sehr großen Schwierigkeiten, nach dem Essen die Nahrung bei mir zu halten, komme ich inzwischen ganz gut zurecht.
Ich habe gelernt, dass die Speisen sehr weich sein müssen und ich nur ganz kleine Portionen auf einmal essen darf.
Da ich 5 - 7 mal am Tag eine Kleinigkeit esse, habe ich wieder zugenommen und halte jetzt seit Monaten weitgehend mein Gewicht.
Meine Nachsorgeuntersuchungen und weitere Behandlung lasse ich jetzt ambulant von einem Gastroenterologen in Hamburg durchführen.
Auch er legt sehr viel Wert auf die Ernährung. Er gibt mir viele Tipps, was ich machen kann, um nach und nach wieder vollständig normal essen zu können.
Ab Oktober nehme ich in Hamburg an einer Musiktherapie für an Krebs erkrankte bzw. erkrankt gewesene Menschen teil. Sie wird von der dortigen Krebshilfe durchgeführt. Darauf freue ich mich sehr und ich hoffe, dass diese Therapie mir seelisch und körperlich bei der Bewältigung meiner noch vorhandenen Einschränkungen helfen wird.