Molekulare Marker zur Therapieplanung

Überblick und Ergebnisse einer eigenen Studie

PD Dr. H. Alakus:

Für den Behandlungserfolg ist es entscheidend, wie gut ein Patient auf die Behandlung anspricht.
Wird ein Ösophaguskarzinom vor der Operation durch Chemotherapie / Bestrahlung behandelt, läßt sich derzeit nicht vorhersagen, ob bzw. wie gut der Patient auf diese Behandlung ansprechen wird.

Das Ziel der Forschung ist es nun, (neue) molekulare Marker zu identifizieren, die vor Therapiebeginn Hinweise liefern können, ob der Patient einen Nutzen von der Chemotherapie/Bestrahlung haben wird oder nicht.

In unseren Studien haben wir Patienten (gleiche Krankheit, gleiches Stadium der Erkrankung) mit gesunden verglichen und nachgeschaut, ob diese Patienten eine genetische Gemeinsamkeit haben, die es erlaubt, eine Vorhersage über das Ansprechen der Patienten auf Bestrahlung/Chemotherapie zu machen. Wenn die Patienten darauf nicht ansprechen, sollte die Behandlung auch nicht durchgeführt werden.
Untersucht wurden diese genetischen Gemeinsamkeiten an Hand bestimmter Chromosome (in unserer Studie wurde auf dem Chromosom 20 ein Bereich verglichen, der verantwortlich für die Signalweiterleitung in die Zelle ist).
Unsere Ergebnisse zeigen, dass solche molekularen Marker existieren und im Klinikalltag auch anwendbar wären.
Studien anderer Forschergruppen haben alle Gene der Chromosomen sequenziert: Es zeigten sich Veränderungen, die bei der Behandlung zu nutzen wären. Bei 50% der Patienten sind Anzeichen erkennbar, die zur Behandlung genutzt werden könnten.
Es sind hier noch weitere Forschungsarbeiten notwendig, es läßt sich schon heute sagen, dass molekulare Marker in Zukunft eine zunehmende Bedeutung bei Therapieentscheidungen spielen werden.

 

 

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