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Im Januar 2023 fing alles mit nächtlichen Hustenattacken an. Die Hausärztin tippte erst auf eine Magenschleimhautentzündung, also schluckte ich brav Pantoprazol und wartete … aber mein Bauchgefühl (Haha, Wortspiel) sagte mir: „Da stimmt was nicht.“ Also nahm ich es selbst in die Hand und machte eine Termin beim Gastroenterologen – der war dann im August.

Bei der Magenspiegelung traf mich die Diagnose wie ein Dampfhammer: Magenkrebs, Stadium T3, inoperabel, Metastasen im Bauchraum. Ich brach zusammen, heulte zusammen mit der Familie – das volle Programm. Aber: Hoffnungslosigkeit? Keine Sekunde! Mein Mantra: Aufgeben ist keine Option, über alles andere können wir verhandeln. Trotzdem fand ich diese Zeit mit dem vielen Abwarten auf Diagnosen, Gespräche, etc. sehr zermürbend. Dabei hat es mir vor Allem geholfen mich auf zukünftige Ereignisse zu konzentrieren bei denen ich auf jeden Fall dabei sein wollte, zum Beispiel die Hochzeit meiner Tochter 2024.

Ab September 2023 zog ich in die Uniklinik Köln ein (gefühlt jedenfalls) und legte sechs Runden Chemo + Immuntherapie hin. Nebenwirkungen? Ein Best of: Polyneuropathie, Fatigue, Thrombophlebitis, Lungenembolie, Tremor. Trotz der körperlich und emotional belastenden Zeit hatte ich das Gefühl, dass es nun endlich vorangeht. Meine persönliche Erfahrung war, dass eine positive innere Haltung den Heilungsprozess unterstützen kann. Ich war überzeugt davon, dass die Chemotherapie etwas Positives ist – ein aktiver Schritt im Kampf gegen den Krebs. Diese Zuversicht habe ich auch offen kommuniziert: Ich sagte meinem Onkologen, dass ich mich auf die Chemotherapie freue, weil sie mir die Chance gibt, den Tumor zu besiegen.

Und siehe da: Tumor schrumpfte auf T2 – plötzlich operabel! Im März 2024 kam dann endlich die große OP - Magen & Milz (Befall bei der OP entdeckt) wurden entfernt und HIPEC (Spülung des Bauchraums mit temperierter Chemoflüssigkeit). Danach noch vier Chemo Sessions zur Sicherheit.

Nach der OP und bis heute: T0, metastasenfrei. Der Start direkt nach der OP war schwierig. Ich musste mich in vielen Bereichen anpassen: langsames Essen, viele Mahlzeiten, Essen und Getränke getrennt einnehmen, fettarmes Essen und einige Tabus. Insgesamt habe ich, bei zuvor starkem Übergewicht, 45kg abgenommen.

Heute, ein Jahr später, esse ich 3–4 Mini Mahlzeiten am Tag, an guten Tagen schaffe ich sogar eine ganze Pizza (ja, wirklich). Dank Nortase kann ich gelegentlich auch fettiges Essen wie z.B. Pommes essen. Was man verträgt ist sehr unterschiedlich und manchmal auch tagesformabhängig, viel Ausprobieren und auf den eigenen Körper hören ist hier die einzige Lösung. Auch Fatigue, Polyneuropathie und Tremor sind noch zu Besuch, aber wir haben uns arrangiert.

Mein Fazit: Man kann hervorragend ohne Magen leben, wenn man akzeptiert, dass das Leben jetzt anders ist aber trotzdem lebenswert. Ich habe das Leben neu entdeckt und genieße jetzt jeden Moment noch bewusster.

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