Die Speiseröhre: Aufbau, Funktion und mögliche Störungen
Im Folgenden informieren wir Sie über die Lage und den Aufbau der Speiseröhre (Ösophagus), deren Funktion im menschlichen Organismus sowie mögliche auftretende Störungen.
Reflux - Ösophagitis - Barrett-Syndrom
Refluxkrankheit
Gutartige Funktionsstörungen der Speiseröhre und des Magens gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Sie äußern sich in spezifischen Symptomen wie Sodbrennen, Schluckstörungen, Schmerzen und Husten und können die Lebensqualität wesentlich beeinflussen. Zu den typischen Erkrankungen gehören die Refluxkrankheit mit dem Hauptsymptom Sodbrennen und dem sog. Barrettösophagus, der stille Reflux, Schluckstörungen (Dysphagie) sowie seltene Speiseröhrenerkrankungen wie die Achalasie oder Ausstülpungen der Speiseröhre (Divertikel). Die Behandlung dieser Erkrankungen bedarf einer sorgfältigen Anamnese, einer individuellen Diagnostik sowie einer patientenorientierten Therapie, die z.B. in der Spezialsprechstunde für funktionelle Störungen der Speiseröhre und des Magens im Universitätsklinikum Köln (AöR) durchgeführt wird.
Krebs der Speiseröhre
Pro Jahr gibt es in Deutschland etwa 8000 Neuerkrankungen mit der Diagnose Speiseröhrenkrebs. Das sind rund 3 % aller bösartigen Tumorerkrankungen. Damit gehört diese Krebserkrankung zu den relativ seltenen Krankheitsbildern.
Die geschlechtliche Verteilung ist wie folgt:
- 75% Männer (Durchschnittsalter 67 Jahre)
- 25% Frauen (Durchschnittsalter 71 Jahre)
Krebs des Magens
Im Jahre 2022 erkrankten in Deutschland etwa 5500 Frauen und 9000 Männer an einem bösartigen Tumor des Magens. Weltweit waren es fast 1 Mio. neue Fälle in 2022. Speziell am Mageneingang treten die Tumoren im Vergleich zu Frauen bei Männern etwa doppelt so häufig auf. Das Erkrankungsrisiko steigt bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter. Männer erkranken im Mittel mit 71 Jahren, Frauen im Mittel mit 75 Jahren an Magenkrebs.(1,2)
Die Überlebensaussichten haben sich in letzter Zeit zwar verbessert, bleiben jedoch im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eher ungünstig. Die 5-Jahres-Überlebensaussichten betragen um 37% (Frauen) bzw. 33% (Männer). In fast 40% der Fälle hat bereits eine Metastasierung stattgefunden, da das Karzinom häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Nach wie vor gibt es keine verlässlichen Biomarker, die eine Früherkennung erlauben. (1,2)
Positiv anzumerken ist jedoch, dass sowohl in Deutschland als auch in anderen Industrienationen ein stetiger Rückgang der Erkrankungen und Sterberaten an Magenkrebs zu beobachten ist. Dieser Trend betrifft beide Geschlechter und setzt sich in allen Altersbereichen fort. Am stärksten ist ein Rückgang der Tumoren am Magenausgang (Antrum und Pylorus) zu verzeichnen. (2)
Wesentlicher Risikofaktor für Magenkrebs ist die bakterielle Infektion des Magens mit Helikobacter pylori. Diese Bakterien verursachen eine chronisch-aktive Gastritis, die bei einem Teil der Betroffenen in der Folge über eine atrophische Gastritis und Gewebeumwandlung zu einem Magenkarzinom führen können. (1,2)
Zu den Risikopersonen zählen beispielsweise auch erstgradig Verwandte von Patienten mit Magenkarzinom, Patienten mit früherer Magenteilentfernung sowie Patienten mit vorausgegangener endoskopischer Resektion der Magenschleimhaut. (1,2)
Als weitere Riskofaktoren sind niedriger sozioökonomischer Status, Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, ein hoher Salzkonsum und neuerdings auch in Salz konservierte Lebensmittel, verarbeitetes Fleisch und ein geringer Verzehr von Obst anzusehen. (1,2)
Weitere Informationen zur Diagnostik und Therapie von Magenkrebs sind in Bearbeitung und folgen in Kürze
Quellen:
(1) aktualisierte S3 Leitlinie Magenkarzinom 2025
(2) Robert Koch Institut; Zentrum für Krebsregisterdaten; Magenkarzinom 2023
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